(Beichte oder Lossprechung)

Andere Bezeichnungen dafür: Sakrament der Umkehr - Sakrament der Vergebung - Sakrament der Versöhnung

«Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erfüllt Gott seine Zusage treu und gerecht: Er wird uns unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen.» (1 Joh 1,9)

Was ist eine Sünde?
Eine Sünde ist eine wissentliche und freiwillige Übertretung eines Gebotes Gottes oder der Kirche. Man kann sündigen durch böse Gedanken, Worte und Werke, und durch Unterlassung des Guten. Die geheime Beichte (man nennt sie auch Ohrenbeichte) entspricht dem Willen Gottes.

Wie wird das Busssakrament gespendet?
Der Sünder beichtet in Reue seine Sünden; der Priester gibt ihm die Lossprechung. (Lateinisch: die Absolution). Der Priester muss über die Ihm gebeichteten Sünden absolutes Stillschweigen wahren.

Nicht die Kirche hat dieses Sakrament erfunden, sondern Jesus Christus hat es uns geschenkt!
Das Sakrament der Busse ist für alle, die nach der Taufe in schwere Sünde gefallen sind, heilsnotwendig. Wer die rechte Reue über seine schweren Sünden und den festen Vorsatz hat, zu beichten, aber vorher stirbt, ist gerettet.

Ein allgemeines Kirchengebot verlangt, dass alle Gläubigen (sobald sie das Gute vom Bösen zu unterscheiden beginnen) wenigstens einmal im Jahr ihre Sünden aufrichtig beichten.

Um gut zu beichten, braucht es den Hl. Geist, er kennt uns besser als wir uns selbst. Ein gutes Vorbereitungsgebet hilft uns zu einer heilsamen Selbsterkenntnis.

Du kannst selbstverständlich mit eigenen Worten beten oder aber ein dir bekanntes Gebet sprechen, z.B:

  • Komm, Heiliger Geist erleuchte mich, dass ich meine Sünden recht erkenne. Hilf mir, dass ich sie von Herzen bereue und aufrichtig beichte. Stärke mich, dass ich mich wirklich bessere. Liebe Muttergottes und heiliger Schutzegel, helft mir, dass ich gut beichte. Amen.
  • Gott, allmächtiger Vater, Du bist der Herr über mein Leben. Nichts ist vor Dir verborgen, und jedes Herz liegt offen vor Dir. Vor Deinem Angesicht will ich mein Leben prüfen. Läutere durch die Eingiessung des Heiligen Geistes die Gedanken meines Herzens, dass ich die Gnade erlange, Dich vollkommen zu lieben und gebührend zu loben. Amen.

Was muss ich tun, um gut zu Beichten?
Hier findest du 5 Wörter, die mit B beginnen und du dir leicht merken kannst:

1.    Besinnen: Ich erforsche mein Gewissen.
2.    Bereuen:  Ich bereue meine Sünden.
3.    Bessern:   Ich fasse einen guten Vorsatz.
4.    Bekenne:  Ich bekenne dem Priester ehrlich meine Sünden.
5.    Büssen:    Ich verrichte die mir auferlegte Busse.

Um mein Gewissen gut zu erforschen ist ein Beichtspiegel sehr hilfreich.

Beichtspiegel 10 Auflage - Inhaltsdaten Beichtspiegel von P. Martin Ramm

Einen weiteren Beichtspiegel findest Du im Buch
Licht und Kraft für jeden Tag
ISBN 978 3 85353 040 5

Ein Dankgebet nach der hl. Beichte
Guter VATER im Himmel, wie danke ich Dir, dass Du mir alle meine Sünden verziehen hast! Du hast meine Seele wieder ganz rein und schön gemacht. Wie kann ich Dir dafür genug danken? Ich nehme mir fest vor, Dir möglichst gut zu dienen. Ich will die Sünde meiden und viel Gutes tun. Freilich weiß ich, dass ich ohne Deine Hilfe nicht gut sein kann, und so bitte ich Dich: Bewahre mich vor der Sünde und gib mir Freude am Guten! Heilige MARIA, Muttergottes, meine gütige Mutter, nimm mich unter Deinen beständigen Schutz! Heiliger Schutzengel, bewahre, beschütze und führe mich bei Tag und bei Nacht. Amen.

Worte aus der Heiligen Schrift:
«Kehrt um! Verlasst eure Götzen…!» (Ez 14,6)

«Kehrt um den das Himmelreich ist nahe!» (Mal 3,7)

«Also kehrt um und tut Busse, damit eure Sünden getilgt werden…!» (Apg 3,19)

«Wer einen Sünder, der auf Irrwegen ist, zur Umkehr bewegt, der rettet ihn vor dem Tod (ewiger Tod-Hölle) und deckt viele Sünden zu.»

«Gott ist treu; Er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wir euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt.» (1 Kor 7,5)

«Glücklich der Mann, der in der Versuchung standhält.» (Jak 1,12)

«Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führ auch selbst niemand in Versuchung.» (Jak 1,13)


Was uns die Heiligen zu sagen haben

Hl. Franz Xaver:
«Selbsterkenntnis ist eine besondere Gnade Gottes; wer sie wünscht, muss darum bitten.»

Hl. Karl Borromäus;
«Der Beichtende prüfe sich nach jedem Gebot…. Und überlege, ob er etwas dagegen begangen hat in Gedanken, Worten und Werken, oder was er von dem Gebotenen unterlassen habe.» «Wer ohne Schmerz über seine Sünden und ohne Absicht, sich zu bessern, beichtet, also nur aus reiner Gewohnheit und nicht im Bewusstsein seiner Sünden, dessen Beichte nützt nichts.

Hl. Bonaventura:
«Willst du wirklich geheilt werden, so enthülle deine Wunden und beichte aus tiefsten Herzen klar und offen, was du an Sünden begangen hast!»

Hl. Hieronymus:
«Es ist eines Christen unwürdig, in einem Zustand leben zu wollen, in dem er nicht sterben möchte.»

HI. Augustinus:
"Wohl ist jedes Verbrechen Sünde, aber darum braucht noch nicht jede Sünde ein Verbrechen zu sein."

"Unterschätze nicht diese sogenannten leichten Sünden. Magst du sie geringschätzen, wenn du sie abwiegst, so erschrick, wenn du sie zählst!"

"Was lässliche und was schwere Sünden sind, darf man nicht nach menschlichem, sondern einzig nach göttlichem Urteil bemessen."

"Es genügt nicht, dass man Gott allein, dem nichts verborgen ist, seine Sünden bekennt, sondern man muss sie dessen Stellvertreter, dem Priester, bekennen."

"Die Strafe bleibt länger als die Schuld. Man würde sonst die Schuld als belanglos ansehen, wenn mit ihr zugleich auch die Strafe ein Ende hätte. Dagegen bleibt dem Menschen eine zeitliche Strafe auferlegt, auch wenn die Strafe ewiger Verwerfung schon nicht mehr auf ihm liegt."

HI. Bernhard:
"Der Stolze entschuldigt seine Sünde, der Demütige beschuldigt sich, wohl wissend, dass Gott nicht zweimal über die gleiche Tat Gericht hält."

HI. Ambrosius:
„Wenn du dich selbst anklagst, brauchst du keinen Ankläger zu fürchten."

HI. Pfarrer von Ars:
"Man will leben, wie es einem gefällt, man schläft in der Sünde ein."

"Es ist schön zu denken, dass wir ein Sakrament haben, das die Wunden unserer Seele heilt."

"Der liebe GOTT wird einem reuigen Sünder rascher verzeihen, als eine Mutter ihr Kind aus dem Feuer zieht."

"Im Sakrament der Busse zeigt und teilt Er uns Seine Barmherzigkeit mit - bis ins Unendliche."

"Welche Güte GOTTES! Sein gütiges Herz ist ein Meer an Barmherzigkeit. Welch große Sünder wir darum auch sein mögen, verzweifeln wir nicht an unserem Hei!!"

"Man kann die Güte nicht begreifen, die GOTT für uns gehabt hat, dieses grosse Sakrament der Busse einzusetzen."

"Nachdem sie mit ihrem Mann gestritten und zu Hause Lärm geschlagen hat, wird sie sich "anklagen" kommen, dass sie ihr Tischgebet und ihr Dankgebet versäumt hat... "

"Ich kann nicht gescheit reden ... , aber wenn Sie einen Trost brauchen, kommen Sie da herein ... (in den Beichtstuhl)!"

"Die Sünden, die wir verbergen, werden alle wieder zum Vorschein kommen."


Interessantes für dich

"Was ist mit deinen anderen Sünden?"
(Dieses Beispiel hat natürlich nicht P. Pio selbst erzählt, sondern der entsprechende Mann selbst! Das gilt auch von anderen solchen Fällen!)

Ein Mann, der beim hl. P. Pio beichten wollte und zum Beichten anstand, sagte halblaut zu den anderen Leuten: "Wenn ich beichte, so sage ich nie alle Sünden, denn schliesslich braucht der Pfarrer nicht alles zu wissen." Nun kam er zum Beichten dran. Auf einmal stellte ihm P. Pio die Frage: "Was ist mit deinen anderen Sünden?" Er aber schwieg. Darauf P. Pio: "Was, du schämst dich, deine Sünden zu bekennen? Du hast dich ja auch nicht geschämt, sie zu begehen!" Und nun zählte ihm P. Pio eine Sünde nach der anderen auf. Er musste ihm auch sagen: "Du hast fünfmal unwürdig gebeichtet..." Der Mann weinte und legte später eine Beichte über sein Leben ab.

"Was wirst du einmal zum ewigen Richter sagen?"
Der hl. P. Pio fragte im Beichtstuhl einmal einen jungen Mann, warum er sonntags fast nie zur HI. Messe gehe. Der Mann wollte sich rechtfertigen; er habe wichtige Arbeiten zu erledigen. Da wurde P. Pio traurig und fragte ihn: "Was wirst du einmal zum ewigen Richter sagen? Dorthin kannst du all das Erworbene nicht mitnehmen. Um deine arme Seele aber kümmerst du dich nicht?" Der junge Mann war erschüttert und bekehrte sich!

"Ich werde dir alle Sünden sagen!"
Der hl. Don Bosco war bekanntlich ein ganz grosser Freund und Helfer für die Jugend. Er ermunterte die jungen Menschen sehr, regelmäsig und gut zu beichten. Einmal schrieb ein Bub sorgfältig seine Sünden auf einen Zettel, um nichts zu vergessen. Aber, was für ein Schrecken für den Buben, plötzlich war der Zettel nicht mehr zu finden! Er hatte ihn verloren! Er lief jammernd umher und rief: "Wer hat meine Sünden gefunden? Wer hat meine Sünden gefunden?" Da traf er mit Don Bosco zusammen. Dieser lud ihn gleich ein, zum Beichten zu kommen. Aber der arme Bub klagte: "Aber ich erinnere mich an nichts mehr." Der gütige Priester beruhigte ihn: "Sei beruhigt, ich werde dir alle Sünden sagen." - "Aber wie ist das möglich?" - "Komm, und versuch es!" - Und Don Bosco half ihm und sagte ihm seine Sünden. Dieser Bub war freilich nicht der einzige, in dessen Herz Don Bosco lesen konnte!

"Jetzt können Sie es."
Ein Mann aus Stellata in Italien litt an Zungentumor und ging eines Tages zum Kloster der Kapuziner in Padua; er wollte zu Pater Leopold Mandie. Beim Kloster sprach ihn der hl. Pater Leopold selbst an: "Sie sind krank, kommen Sie hierher!" Dann lud er ihn liebevoll zum Beichten ein. Nach der Beichte konnte der Mann völlig unerwartet die hl. Kommunion empfangen (was in letzter Zeit wegen des Zungentumors nicht mehr möglich gewesen war). Zu Mittag konnte er bereits wieder normal essen. Reinigung der Seele + Heilung eines Tumors!

Ohrfeige im Beichtstuhl?
In einer Volksschulklasse in St. Johann im Walde sprach der Pfarrer mit den Kindern übers Beichten. Da fragte ein Erstkommunionkind: "Warum ist im Beichtstuhl zwischen dem Priester und dem Beichtenden ein Gitter?" Ich wollte kurz nachdenken, da meldete sich das Kind wieder und sagte: „Ah, ich weiss schon, warum: damit mir der Priester keine Ohrfeige geben kann."

Nebenbei bemerkt, ein Gitter mit durchsichtiger Folie darüber hilft z. B. dem Priester und dem Beichtenden, dass man sich nicht mit Schnupfen oder Husten ansteckt.

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